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"FRAGILE UTOPIEN – vom Menschsein"Saturday, 07. November 202616:00-20:00 Uhr |
Mit Arbeiten von Botond, Marita Bullmann, Frank Homeyer, Evamaria Schaller, Björn Schülke, Marion Anna Simon und Claudia Weyrich Kuratiert von Janine Koppelmann
Was bleibt vom Menschen, wenn Gewissheiten brüchig werden? Die Ausstellung FRAGILE UTOPIEN – vom Menschsein versammelt sieben künstlerische Positionen, die sich mit Körper, Erinnerung, Nähe, Glauben, Technik und Hoffnung beschäftigen. Zu sehen sind Malerei, Zeichnung, übermalte Fotografie, Skulptur, Videoinstallation, Performance und kinetische Objekte.
Die Ausstellung ist Teil der artrmx-Reihe 2026 „GLAUBEN …“ und greift drei alte Begriffe auf, die bis heute nichts von ihrer Ambivalenz verloren haben: Glaube, Liebe und Hoffnung.
Dabei geht es nicht um große Zukunftsentwürfe oder um die Vorstellung einer perfekten Welt. Die Utopien dieser Ausstellung sind persönlicher. Sie entstehen aus Erfahrungen, Ritualen, Erinnerungen und aus dem Versuch, sich in einer widersprüchlichen Gegenwart zu orientieren.
Der Bildhauer Botond untersucht in seiner Werkgruppe „Hirn“ die Frage, wo Bewusstsein, Seele oder Identität im menschlichen Körper zu verorten wären. Seine transparenten Körper aus Polyethylenfolie lassen sich von außen durchdringen und bleiben dennoch rätselhaft.
Marion Anna Simon übersetzte nach dem Tod ihrer Mutter das jüdische Kaddisch in eine Serie von 333 Selbstporträts. Aus Trauer wurde eine tägliche künstlerische Handlung. In ihrer Malerei „Salomé (Mittelalterküche)“ wiederum verschiebt sie eine überlieferte Geschichte in die Gegenwart und verbindet Fragen nach Begehren, Macht und gesellschaftlicher Rolle.
Frank Homeyer zeigt Arbeiten aus seiner Serie „dreaming on my couch“. Fotografien werden von ihm übermalt und koloriert. Die ursprünglichen Bilder verschwinden nicht, sondern verändern ihre Bedeutung. Erinnerung erscheint so als etwas, das nicht feststeht, sondern immer wieder neu geschrieben wird.
Bei Evamaria Schaller wird der eigene Körper zum Ort gesellschaftlicher Zuschreibungen. In Performance, Video und Installation untersucht sie Sichtbarkeit, Identität und die Frage, wie sehr äußere Bilder bestimmen, wie wir uns selbst wahrnehmen.
Die kinetischen Objekte von Björn Schülke erinnern an Satelliten, Messinstrumente oder futuristische Maschinen. Sie bewegen sich zwischen wissenschaftlichem Apparat und absurdem Spielzeug und spiegeln damit auch das Vertrauen, das Menschen seit der Moderne in Technik und Fortschritt setzen.
Marita Bullmann entwickelt ihre Arbeit erst vor Ort im Atelierzentrum Ehrenfeld. Während der Vernissage entsteht aus Körper, Raum und gefundenem Material eine performative Installation. Was von der Handlung bleibt, wird bis zum Ende der Ausstellung sichtbar sein.
Mit den Farbfeldbildern von Claudia Weyrich tritt schließlich ein anderer Ton hinzu. Titel wie „Promise“, „My Love“ oder „Love and Hope“ halten an der Möglichkeit von Nähe und Hoffnung fest, ohne sie als selbstverständlich zu behaupten.
So unterschiedlich die sieben Positionen sind, keine von ihnen entwirft ein abgeschlossenes Bild vom Menschen. Körper bleiben durchlässig, Erinnerungen verändern sich, Bilder widersprechen sich, Maschinen lösen ebenso viel Zweifel wie Faszination aus.
„Mich interessiert keine Utopie, die behauptet, eine Lösung zu haben. Spannend wird es dort, wo Zweifel, Hoffnung und Widerspruch nebeneinander bestehen und wir unsere Vorstellungen vom Menschsein immer wieder neu entwerfen“, sagt Kuratorin Janine Koppelmann.
FRAGILE UTOPIEN – vom Menschsein versteht Utopie deshalb nicht als fertigen Entwurf. Die Ausstellung fragt vielmehr danach, wie Menschen trotz Unsicherheit Beziehungen eingehen, Erinnerungen bewahren, Rituale entwickeln, Bilder schaffen und immer wieder Vorstellungen von Zukunft entwerfen.
Termine
Vernissage
Freitag, 30. Oktober 2026, 19–22 Uhr
mit einer Performance von Marita Bullmann
Finissage
Sonntag, 22. November 2026, 14–18 Uhr
mit einer Performance von Evamaria Schaller und offenem Druckworkshop
Öffnungszeiten
Fr & Sa 16–20 Uhr
So 12–16 Uhr
und nach Vereinbarung
Eintritt frei
Ort
Atelierzentrum Ehrenfeld (AZE)
Hospeltstraße 69
50825 Köln
„FRAGILE UTOPIEN – vom Menschsein“ wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln und der Bezirksvertretung Ehrenfeld. Der artrmx e.V. bedankt sich bei den Förderern für ihre Unterstützung
Quelle: http://www.artrmx.com
http://www.cityleaks-festival.com
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artrmxHospeltstraße 69
50825 KölnDeutschland |
Der artrmx e.V. ist ein gemeinnütziger Kölner Kunstverein, der im Jahre 2006 zur Popularisierung von zeitgenössischer Kunst und der Förderung außergewöhnlicher Ausstellungskonzepte gegründet wurde. Seine Mitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen des Kunst- und Kulturlebens oder sind selbst künstlerisch tätig. Sie verfügen über ein professionelles Know-how im Kunstbetrieb sowie über umfangreiche Kontakte zur Freien Kunstszene Kölns, Deutschlands und Europas und zu aktiven Schaffenden der institutionellen Kulturlandschaft.Basierend auf der Vereinssatzung und seinem Profil ist der artrmx e.V. auf der einen Seite ein Veranstalter in der Kulturszene der Stadt Köln, auf der anderen Seite aber auch Förderer junger, zeitgenössischer, internationaler Talente unterschiedlicher Genres.Der Name ARTRMX [a:trı‘mıks] bezeichnet die Vernetzung unterschiedlicher künstlerischer Tätigkeiten, Stilrichtungen aber auch die Vernetzung von Kreativen untereinander.Im Januar 2013 eröffnete der Verein das Atelierzentrum Ehrenfeld, wo es seine kulturelle Arbeit als Ausstellungsmacher, Organisator des biennalen Urban Art Festivals CityLeaks sowie Netzwerker und Vermittler fortführt.

